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Die geplante A30 Nordumgehung, dessen Planung vom Landesbetrieb Straßenbau NRW Niederlassung Minden durchgeführt wurde, welche durch den Löhner Ortsteile Gohfeld und Ostscheid und durch den Norden von Bad Oeynhausen verlaufen soll, ist die für Menschen und Natur mit Abstand schlechteste Lösung zur Realisierung des Lückenschlusses zwischen den Bundesautobahnen A30 und A2.
Die Trasse der geplanten Nordumgehung führt mitten durch unersetzbare Freibereiche zwischen den Verdichtungsgebieten, direkt entlang der Wohngebiete, sodass mehr als 10.000 Bewohner in Löhne und Bad Oeynhausen direkt betroffen wären. Die vorhandenen Freibereiche, die auch als Naherholungsgebiete dienen, werden dadurch unwiederbringlich auf Dauer zerstört. Die erhebliche Trasseninanspruchnahme und die Zerschneidungswirkung führen zu einem komplett veränderten Landschaftsbild im gesamten nördlichen Bereich von Bad Oeynhausen und Teilen von Löhne
A30 Nordumgehung in Zahlen:
Der Neubau A30 Nordumgehung mit einer Gesamtlänge von 9,52 km soll als Vierspurige Autobahn mit jeweils zwei Fahrspuren pro Fahrtrichtung vom Löhner Kreuz über die Gohfelder Blutwiese durch den Bad Oeynhausener Norden verlaufen. Hierfür müssen 29 Brücken gebaut werden.
Zwei Anschlussstellen sind in Eidinghausen an der Volmerdingsener Straße unweit vom Schloss Ovelgönne und in Dehme zwischen dem Industriegebiet Eindinghausen und dem Alten Postweg vorgesehen. Die Trasse soll durch 8,7 Kilometer Lärmschutz, der als Lärmschutzwände und Erdwälle ausgeführt ist, abgeschirmt werden.
Zur Abschirmung des Ortsteils Dehme ist ein Tunnel von 446 Metern Länge geplant, der von der Ecke Auf der Goldkuhle/ Dehmer Straße beginnend unter dem Hahnenkamp entlang bis an die neue Werrebrücke an der Anschlussstelle Rehme verlaufen soll. Als Zubringer von der B61 in Dehme an die Nordumgehung, ist von der Anschlussstelle am Alten Postweg ausgehend zusätzlich ein zweispuriger Neubau als B61n (Dehmer Spange) mit einer Länge von 1,95 km in östlicher Richtung verlaufend geplant.
Für die Fahrbahn und die Böschungen werden rund 67,04 Hektar Land verbraucht. Als Ausgleichsflächen müssen 92,55 Hektar bereitgestellt werden. Der benötigte Flächenbedarf für die Nordumgehung und die Ausgleichsflächen entsprechen einer Größe von ca. 320 Fußballfeldern.
Das in 2001 neu eingeleitete Planfeststellungsverfahren für die A 30-Nordumgehung und die dazugehörige B 61n wurde am 15.01.2007 durch Erlass des Planfeststellungsbeschlusses von der Bezirksregierung Detmold abschließend bearbeitet.
Planfeststellungsbeschluss BAB 30 - Nordumgehung
Auswirkungen und Beeinträchtigungen durch die A30 Nordumgehung:
Hauptverkehrsstraßen
(Eidinghausener Straße, Werster Straße, Dehmer Straße, Bergkirchener Straße)
Der Landesbetrieb Straßenbau NRW Niederlassung Minden widerspricht sich selbst:
Auf der einen Seite behauptet sie, dass es nach dem Bau der Nordumgehung zu einer unbedeutenden Mehrbelastung auf der Eidinghausener/Volmerdingsener Straße kommt. Die zu erwartende Zunahme des Verkehrs nördlich der Nordumgehung könne von der bestehenden Landstraße (= Volmerdingsener Straße) aufgenommen werden und sei mit der Umfeldnutzung verträglich.
Auf der anderen Seite wird behauptet, durch die Nordumgehung würde die Eidinghausener Straße entlastet.
Wir sagen:
Durch die Nordumgehung wird die Eidinghausener/Volmerdingsener Straße mehr belastet. Im Rahmen der von der Stadt Bad Oeynhausen initiierten städtebaulichen Untersuchung "Nordstadt" wurde festgestellt, dass durch die erhebliche Verkehrsbelastung des zukünftigen Autobahnzubringers Eidinghausener Straße die Wohnqualität des Ortskerns Eidinghausen erheblich gestört wird. Es wurde daher eine östliche Umgehung des Ortskerns von Eidinghausen empfohlen. Es wurde durch den Bau der Nordumgehung mit zusätzlichem Verkehr auf der Eidinghausener Straße gerechnet. Dies widerlegt die Behauptung einer lediglich unbedeutenden Mehrbelastung durch die Nordumgehung für die Eidinghausener Straße.
Klima
Der Landesbetrieb Straßenbau NRW Niederlassung Minden behauptet:
Es werden keine negativen Auswirkungen auf das Klima erwartet.
Wir sagen:
Die Städte Bad Oeynhausen und Löhne haben ein Klimagutachten in Auftrag gegeben (Büro Spacetec, Freiburg). Nach diesem Gutachten wird der Luftaustausch in den beiden Stadtbereichen beim Bau der Nordumgehung erheblich gestört. Die Luft wird mit Schadstoffen angereichert und dadurch im schlechter. Bei schlechter Witterung droht "Smogalarm".
Zur Vermeidung dieser negativen Auswirkungen wird im Gutachten eine "Grünbrücke" im Bereich der Tieflage Eidinghausen/Werste (Abdeckung der Autobahn und Begrünung) sowie eine Aufständerung der Trasse in Teilbereichen von Werste und Löhne und Verkleinerung von Lärmschutzmaßnahmen vorgeschlagen.
Mit anderen Worten: Bei Bau der Nordumgehung muss man sich zwischen Lärmschutz und Klimaschutz entscheiden. Beide Ziele können nicht verwirklicht werden, da sie sich gegenseitig ausschließen.
Lärm
Der Landesbetrieb Straßenbau NRW Niederlassung Minden behauptet:
Der Lärmschutz erfolgt entsprechend den gesetzlichen Vorgaben.
Dies bedeutet:
Trotz des eingeplanten Lärmschutzes (Wälle, Wände) werden die Grenzwerte häufig nicht eingehalten. Deshalb haben viele Anwohner Anspruch auf Lärmschutzfenster. Lärmschutzfenster wirken aber nicht beim Aufenthalt im Freien, z. B. im Garten oder auf der Terrasse.
Viele Wohnungen werden rechtlich als sogenannte "Mischgebiete" angesehen. Für diese Mischgebiete besteht ein geringerer Anspruch auf Lärmschutz.
Der prognostizierte Lkw-Anteil am Verkehrsaufkommen der Nordumgehung ist viel zu niedrig angesetzt. Deshalb sind die tatsächlich zu erwartenden Lärmwerte höher als vom Landesbetrieb Straßenbau NRW Niederlassung Minden berechnet.
Verkehrswert von Grundstücken und Gebäuden
Der Landesbetrieb Straßenbau NRW Niederlassung Minden behauptet:
Der zu erwartende Wertverlust der im Einzugsbereich der Nordumgehung befindlichen Grundstücke muss hingenommen werden.
Das heißt:
400 m beidseitig der geplanten Nordumgehung sinkt der Wert der Immobilien. Im Einzelfall dürften Grundstücke und Häuser völlig wertlos und damit unverkäuflich werden.
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