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Fledermaus soll Trasse verhindern

Naturschutzorganisation klagt gegen Nordumgehung - Tiere im Bestand gefährdet

Löhne (LZ). Kann eine Fledermaus ein 150-Millionen-Euro-Projekt aufhalten? Wenn man Bernd Meier-Lammering fragt: ja. Er beziehungsweise der Bund für Natur- und Umweltschutz hat gegen die Nordumgehung geklagt. Ob er Erfolg hat, zeigt sich beim Urteilsspruch des Bundesverwaltungsgerichtes in Leipzig am 2. Juli.

Bernd Meier-Lammering ist von Haus aus Biologe und engagierter Fledermausschützer. Ihn ärgere es, dass man bei der Planung der Trasse die Belange dieser Tiere nicht ausreichend berücksichtigt habe. »Man hat nicht einmal alle Standorte erfasst«, sagt er. Dabei sei die Region eine Fledermaus-Hochburg in Ostwestfalen-Lippe. »Wir haben hier im Kreis Herford 13 unterschiedliche Arten.« Eine der größten Wochenstuben von Fledermäusen in ganz OWL befinde sich in Schloss Ulenburg.

Laut EU-Richtlinie seien Fledermäuse eine streng geschützte Art. »Entsprechend sind bei solchen Vorhaben wie der Nordumgehung auch spezielle Prüfungen vorgesehen«, erklärt Meier-Lammering. Und das sei aus seiner und der Sicht des Bundes für Natur- und Umweltschutz (BNU) nicht hinreichend geschehen. So sei unter anderem versäumt worden zu erfassen, wie viele Tiere überhaupt im Umfeld der geplanten Trasse leben.

Der BNU, der sich bereits vor vielen Jahren ein Grundstück entlang der Trasse gekauft hat, hat selbst ein Gutachten in Auftrag gegeben. Dies komme zu dem Schluss, dass der Bau der Nordumgehung einen gravierenden Einfluss auf die Tiere hat. »Viele Fledermäuse haben Quartiere in zum Beispiel Spechthöhlen in Bäumen. Diese werden zerstört, wenn diese Bäume im Zuge des Trassenbaus abgeholzt werden«, erklärt Meier-Lammering. Darüber hinaus seien jene Fledermäuse akut gefährdet, die ein solches Quartier in unmittelbarer Nähe der Nordumgehung haben. »Nicht selten befinden sich 60 bis 70 Jungtiere in solchen Quartieren. Die Gefahr ist groß, dass sie vom Verkehr erfasst werden. Und das gefährdet den Fortpflanzungserfolg ganz enorm.«

Fledermäuse verfügen bekanntermaßen über einen ausgezeichneten Orientierungssinn, sogar in völliger Dunkelheit. »Die Tiere sind aber nahorientiert und nehmen Hindernisse erst aus einer Entfernung von etwa 25 Metern wahr - zu wenig, um einem mit hoher Geschwindigkeit nahenden Auto oder Lastwagen noch ausweichen zu können. Erschwerend komme hinzu, dass einige Fledermausarten in geringen Höhen auf Beutejagd gehen und dies noch einmal ein zusätzliches Risiko berge, sagt der Biologe.

Aus der Sicht Bernd Meier-Lammerings gibt es nur eine Alternative. Und die heißt Troglösung. »Das ist machbar, auch unter Wahrung des Heilquellenschutzes.«

Sollte das Gericht am Mittwoch jedoch zu der Erkenntnis gekommen sein, die Aufstellung des Planfeststellungsbeschlusses sei rechtens gewesen, hofft der Fledermausexperte, dass die Planer wenigstens zu Nachbesserungen aufgefordert werden. So könne man unter anderem durch möglichst hohe Anpflanzungen an einigen Stellen der Trasse dafür sorgen, dass die Tiere auf Abstand zum Verkehr gehalten werden. Dass das Landesstraßenbauamt solche Vorkehrungen freiwillig trifft, glaubt Bernd Meier-Lammering nicht. »Unsere Erfahrungen mit Straßen NRW sind äußerst negativ. Die tun für den Naturschutz nur, zu was sie gezwungen werden. Aber ich lasse mich gerne positiv überraschen.«

Nach Möglichkeit will Bernd Meier-Lammering am Mittwoch, so wie viele andere Nordumgehungsgegner auch, nach Leipzig reisen, um das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts aus dem Mund des Richters zu hören. »Ich bin zuversichtlich«, sagt der Fledermausschützer. »Wären wir das nicht, hätten wir wohl nicht geklagt. Das ist nämlich nicht ganz billig.«

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